Bayenthal

Köln. Stadtbezirk Rodenkirchen. | Zurückgelegte Strecke: 37,6 km

Von Bayenthal hatte ich ursprünglich nicht viel erwartet, musste aber schnell feststellen, dass es einer der visuell spannendsten Stadtteile ist, die ich bis jetzt gesehen habe. Es gibt sehr schöne Straßenzüge mit alten Häusern, moderne Architektur, einige Grünflächen, den Rhein, Straßen sowohl mit Einfamilienhäusern, als auch mit Villen, aber genauso auch eher unschöne Hochhäuser und Gebäudekomplexe. Diese Kombination aus unterschiedlichen Architekturstilen und Gegensätzlichkeiten hat mich fasziniert. Und so kam es, dass ich statt den angedachten zwei, insgesamt fünf Mal dort gewesen bin, fast jede Straße gesehen habe und insgesamt 37,6 km gelaufen bin.

1830 bestand Bayenthal noch aus einem Kalkofen und drei Häusern. Nach der Eingemeindung nach Köln, 58 Jahre später, und der Ansiedlung von großen und kleinen Industrie- und Handwerksbetrieben, nahm die rasante Entwicklung ihren Lauf. Bayenthal war übrigens einer der ersten Stadtteile, von dem aus man mit der Pferdestraßenbahn in die Innenstadt fahren konnte. Dieser Vorreiter der heutigen Straßenbahn wurde von Pferden gezogen. Die Belastung für die Tiere war natürlich enorm, weshalb es klare Regelungen gab: als Gangart war nur der kurze Trab erlaubt, halten durften die Bahnen nur an den Endhaltestellen, nach jeder Fahrt mussten die Pferde gewechselt und von sogenannten Reiterbuben gepflegt werden. Insgesamt gab es in Deutschland mehr als 90 dieser Pferdestraßenbahnen. Ein Glück für die Pferde, dass irgendwann die Linien elektrifiziert wurden.