Bickendorf

Köln. Stadtbezirk Ehrenfeld. | Zurückgelegte Strecke: 14,3 km

Viele Kölner werden den Stadtteil mit dem bekannten Bläck Fööss-Lied „Bickendorfer Büdche“ assoziieren. Das besungene Büdchen gibt es in Bickendorf allerdings garnicht, dafür aber einen sehr sehenswerten Ortskern. Dies ist in erster Linie ein Verdienst von Genossenschaften und dem bekannten Kölner Architekten Wilhelm Riphahn. Lange Zeit ein kleines Bauerndorf mit wenigen hundert Einwohnern, entwickelte sich Bickendorf vor allem nach dem 1. Weltkrieg zu einem lebendigen Veedel. Nach den Plänen einer Architektengruppe um Riphahn, ließen mehrere Genossenschaften unter dem Motto „Lich, Luff un Bäumcher“ Siedlungen für kinderreiche Arbeiterfamilien entstehen. Und obwohl mittlerweile 100 Jahre seit dem Bau vergangen sind, beeindruckt die Bauweise der Siedlungen bis heute. Das zeichnet einen guten Architekten aus. Abgesehen von dem schönen alten Ortskern, ist Bickendorf ein Ort der Kontraste. Denn neben Riphahns Architektur und auch den charmanten kleinen Häusern, die an die Dorfvergangenheit des Stadtteils erinnern, findet man dort auch graue Siedlungen und triste Industrieareale. Symbolisch dafür ist der Rochusplatz. Im Schatten des hässlichen Ungetüms namens „West Center“, findet man dort die kleine Rochus Kapelle, das älteste Gebäude des Stadtteils (1733 erbaut). Für mich war Bickendorf eine sehr positive Überraschung und im Endeffekt einer der spannendsten Stadtteile, die ich in Köln gesehen habe.