Mein Projekt "Köln - 86 Veedel" auf der Köln-Premiere des Films "New York - die Welt vor deinen Füßen"

Es war ein seltsames Timing an diesem Donnerstag, dem 12.03.2020. Ein Tag bevor die Corona-Pandemie mit voller Wucht auch in Deutschland eingeschlagen hatte, feierte im traditionsreichen Weisshauskino an der Luxemburgerstrasse der Film “New York - die Welt vor deinen Füßen” seine Köln-Premiere. Der Dokumentarfilm erzählt die Geschichte des Amerikaners Matt Green, der seit 2012 zu Fuß 15.000 km durch New York zurückgelegt und alle Straßen der weltberühmten Metropole besucht hat. Der Theaterleiter des Weisshauskinos Moritz Busch, erkannte Parallelen zu meinem Fotoprojekt “Köln - 86 Veedel”, bei dem ich in 8 Jahren mit meiner Fotokamera alle Stadtteile Kölns besucht und dabei über 4000 km zurückgelegt habe. Er lud mich ein, im Anschluss der Filmvorführung ein bisschen über mein doch so ähnliches Projekt zu erzählen. 

Im Vorfeld der Premiere herrschte eine seltsame Atmosphäre. Die für alle völlig neue und unkalkulierbare Situation mit dem Coronavirus, das sich in Deutschland immer schneller ausbreitete, und die unbekannte Bedrohung, die damit einherging, schwebte in diesen Tagen über allem. Zu dem Zeitpunkt hatte man noch wenig Informationen über das Virus, außer dass er sehr ansteckend war und in China viele Menschen starben. Aus diesem Grund war die Verunsicherung überall mit Händen zu greifen. Der Begriff "Lockdown" geisterte immer häufiger umher und man bereitete sich auf das Undenkbare vor: Massive Einschnitte und Einschränkungen des Lebens, etwas, was man sich noch Wochen vorher in Europa nicht mal im Ansatz hätte vorstellen können. Ich kann mich noch gut erinnern, wie Moritz Busch und ich kurz vor der Premiere im Foyer des Kinos saßen und uns darüber unterhielten. Es war völlig unvorstellbar und surreal, als er mir erzählte, dass sehr wahrscheinlich alle Kinos gezwungen sein werden, für unbestimmte Zeit zu schließen. Aufgrund der Situation war es schon abzusehen, dass an diesem Abend weniger Menschen ins Kino kommen werden als im Vorfeld erwartet. Und obwohl der Kinosaal nicht bis auf den letzten Platz ausverkauft war, wurde es ein großartiger Abend. Zunächst der Film über die wahnsinnige und faszinierende Geschichte des Matt Green. Aufgrund der eigenen Erfahrung weiß ich, wieviel Kraft und Energie es kostet so ein Projekt umzusetzen. Dass es jemand in einer riesigen Stadt wie New York geschafft hat, ist umso bemerkenswerter. Und dann war es natürlich eine tolle Erfahrung nach der Vorstellung des Films, die eigenen Bilder auf der großen Kinoleinwand zu sehen, über meine Serie zu sprechen und mich später mit den Besuchern der Premiere unterhalten zu können. 

Vielen Dank an Moritz Busch und das Weisshauskino für die Einladung! Danke für das tolle Event und die Gastfreundschaft sowie allen, die da waren fürs Zuhören und die netten Gespräche hinterher.