Poll

Köln. Stadtbezirk Porz. | Zurückgelegte Strecke: 28,4 km

Das Veedel liegt am rechten Rheinufer und wird von zwei Rheinbrücken (Süd- und Rodenkirchener Brücke) eingegrenzt. Poll ist nicht nur einer der ältesten Stadtteile Kölns, sondern generell einer der ältesten Orte der Stadt. Schon im Mittelalter das erste Mal urkundlich erwähnt, wurde die Siedlung 1888 zusammen mit Deutz als erster rechtsrheinischer Stadtteil nach Köln eingemeindet. Lange Zeit war das Veedel in erster Linie für seinen Fischfang, den Weinanbau und die Viehzucht bekannt. Mehrere Jahrhunderte versorgte man den großen Nachbarn am anderen Rheinufer mit frischen landwirtschaftlichen Produkten, die man mit einer Fähre auf die Märkte hinter der Stadtmauer brachte. Heute setzt sich Poll aus mehreren Wohnsiedlungen und einem großen Industriegebiet zusammen. Nach der Eingemeindung erhofften sich die Poller Aufschwung und Fortschritt. Allerdings sollte es gemächlich zugehen und die Veränderungen nicht alle auf einmal kommen. Im Vertrag ließen sie sich deshalb eine Klausel eintragen, die ihnen garantierte, dass der ländliche Charakter des Veedels in den folgenden 50 Jahren nicht verändert werden dürfe. Deshalb veränderte sich das Bild Polls erst Jahrzehnte später, als die rechtsrheinisch angesiedelte Industrie immer schneller wuchs und billiger Wohnraum benötigt wurde. Und so entstanden in Poll unabhängig voneinander viele neue kleine Siedlungen, die unterschiedliche Baustile hatten, in sich geschlossen waren und zusammen den einheitlichen Stadtteil Poll ergaben. Neben dem alten Ortskern entstanden dann auch ungewöhnliche Siedlungen, wie die Milchmädchensiedlung, oder aber auch die Rote und Schwarze Siedlungen, die ein Hinweis auf die politische Ausrichtung der Bewohner war. Während in der Roten Siedlung hauptsächlich SPD-Wähler lebten, waren es in der Schwarzen Siedlung dementsprechend CDU-Anhänger.