Riehl

Köln. Stadtbezirk Nippes. | Zurückgelegte Strecke: 28,4 km

Drill und Ordnung, aber gleichzeitig auch Lebenslust und Frohsinn - Gegensätzlichkeiten, die die Geschichte und Entwicklung Riehls maßgeblich beeinflusst haben. Zum einen prägte lange Zeit das Militär die Geschichte des Veedels, zum anderen entwickelte sich der Ort im 19. Jahrhundert zu einem beliebten Vergüngungsviertel. Der Zoo, die Flora, eine Radrennbahn, ein Ballhaus, mehrere Theater, zahlreiche Tanzlokale und sogar ein Luna Park sorgten dafür, dass der Ort über 50 Jahre als „die goldene Ecke von Köln“ bezeichnet wurde. Gleichzeitig war Riehl mit zahlreichen preußischen und später britischen Kasernen einer der größten Militärstandorte der Stadt Köln, in denen zeitweise fast 3500 Soldaten stationiert waren. Vor allem die britische Armee drückte dem Veedel ihren Stempel auf, indem sie zwischen 1919-1925 für seine Truppen neue Siedlungen bauen ließ. Für die ranghohen Militärs entstand neben dem Botanischen Garten eine vornehme Siedlung mit zahlreichen Villen, für die normalen Soldaten etwas weiter eine einfachere Wohngegend. Heute ist der Militärstandort Vergangenheit, in den ehemaligen Kasernen werden alte Menschen gepflegt. Die angelegten Siedlungen aber prägen zusammen mit zahlreichen Genossenschaftbauten („Naumannsiedlung“, „Solarsiedlung“), dem Colonia-Haus (höchstes Wohnhaus Deutschlands) und der Kirche St. Engelbert (erster moderner Kirchenbau Kölns) bis heute das Bild des Stadtteils. Die zwei größten Anziehungspunkte des Veedels sind aber nach wie vor die Überbleibsel des ehemaligen Vergnügungsviertels: der Zoo und die Flora.