Wochenrückblick März / 4. Woche: Veedel Nr. 27 - Klettenberg

Es stand viel auf dem Programm. Ich habe mir ja vorgenommen im Jahr 2017 zwei Stadtteile pro Monat zu fotografieren, damit ich am Ende des Jahres auf 43 Stadtteile komme und somit die Hälfte des Projektes „Köln - 86 Veedel“ endlich hinter mir habe. Den ganzen Monat war ich schon mit dem riesigen Stadtteil Rodenkirchen beschäftigt, es blieb nur noch diese eine Woche bis zum März, um mein Ziel zu erreichen. Besser gesagt blieben mir drei Tage, da am Donnerstag die Karnevalstage begannen. Und so beschloß ich, mir eins der kleinsten Veedel vorzunehmen, nämlich Klettenberg. Ich kenne diesen Stadtteil ganz gut, da ich in den benachbarten Veedeln Sülz und Lindenthal aufgewachsen bin. Es ist ein sehr schönes Viertel - zentral aber ruhig, viel grün, sehr schöne Straßenzüge mit vielen alten Häusern. Jedes Mal wenn ich dort war, überlegte ich, dass es ein toller Stadtteil zum Wohnen ist. Es zu fotografieren ist aber nun mal eine völlig andere Sache und im Vorfeld zweifelte ich stark, ob es in Klettenberg viele Motive geben würde. Schon im benachbarten Sülz hatte ich so meine Probleme, obwohl es eins meiner Lieblingsviertel in Köln ist. Die Schwierigkeit liegt darin, die vielen imposanten Altbauten, die das Bild von Klettenberg prägen, aber oft von Bäumen und geparkten Autos gut verdeckt werden, schön ins Bild zu setzen. Irgendwann wurde mir aber klar, dass ich die Gegebenheiten einfach so akzeptieren muss und fing einfach an Autos ganz radikal in die Bilder aufzunehmen. Es ist einfach auch ein Merkmal der heutigen Zeit und in 20-30 Jahren wird es spannend sein in die Vergangenheit zurückzublicken. Wer weiß, wie dann die Fahrzeuge und die Straßen aussehen. Im Endeffekt konnte ich doch mit dem entstandenen Bildmaterial zufrieden sein. Vor allem die vielen Genossenschaftsbauten mit ihren bunten Fassaden fand ich spannend zu fotografieren. Und ab und zu fand ich einige überraschende Motive, wie eine Jungenfigur auf dem Balkon eines Hauses oder zwei wunderbare Frauenbüsten für meine Serie „Lebenszeichen“

Benannt ist Klettenberg übrigens nach einem Hofgut, das zum ersten Mal schon im Jahre 1225 erwähnt wurde. Bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts bestand die Gegend in erster Linie nur aus Kies- und Sandgruben, war aber ein beliebtes Ausflugsziel für viele Kölner, da es dort auch zwei Weiher gab. Erst nach der Eingemeindung nach Köln 1888 wurde der Stadtteil praktisch am Reißbrett geplant und zügig aus dem Boden gestampft. Vom namensgebenden Hofgut blieb nichts übrig, der kleine Klettenbergpark erinnert aber noch heute an vergangene Tage. Architekt Fritz Encke legte ihn nämlich in einer zehn Meter tiefen Kiesgrube an. Auf einem kleinen Territorium kann man dort verschiedene Landschaftsbilder des Rheinlandes bewundern. Um dies zu tun war ich dort aber leider zur falschen Jahreszeit. Ich habe mir aber vorgenommen im Sommer wiederzukommen.

Die zweite Hälfte der Woche stand im Zeichen des Karnevals. Dazu aber ein separater Blogartikel demnächst. 

Unter dem Text einige Bilder von der Woche. 

Was mich außerdem beschäftigte oder inspirierte:
Gesehen: „Man on Wire“ - eine sehr spannende Dokumentation über einen französischen Seiltänzer, der ohne Sicherung einen Hochseillauf zwischen den beiden Türmen des World Trade Centers unternahm. Verrückter Typ, der sich von seinem zunächst völlig utopischen Traum nicht abbringen ließ.
Gelesen: „Tools der Titanen“ - Tim Ferriss
Gehört / Zitat der Woche: „Wir sind gleichzeitig Götter und Würmer“ - Abraham Maslow
Sound der Woche: keine Zeit für Musik.
Nachgedacht über: die Frage, wie ich meiner Tochter Schachspielen beibringen kann.

Mehr Bilder aus Klettenberg findet ihr hier