"Positives Denken, das habe ich auf der Straße gelernt."

Ein Interview mit dem Drehorgelspieler Werner Wittpoth.

Die meisten Kölner werden ihn kennen: Werner Wittpoth, Drehorgelspieler und ein bekanntes Gesicht der Schildergasse, der wichtigsten Einkaufsstraße Kölns. Seit mittlerweile 34 Jahren musiziert er dort im markanten Frack und Zylinder mit seiner Drehorgel und zaubert mit seiner freundlichen, positiven Art vielen vorbeilaufenden Passanten ein Lächeln ins Gesicht. Die Schildergasse ohne Werner Wittpoth kann man sich eigentlich kaum mehr vorstellen. Ich persönlich kenne ihn vom Sehen schon seit meiner Kindheit. Wie viele andere Kölner, warf auch ich ihm schon als Kind eine Münze ins Körbchen, wonach er zum Dank immer lächelnd seinen Zylinder vom Kopf nahm. Bis heute freut es mich jedes Mal, ihn in der Stadt musizieren zu sehen. Während sich die Schildergasse und alles Drumherum mit den Jahren immer weiter veränderte, blieb Werner Wittpoth mit seiner Orgel im Wandel der Zeit eine verlässliche, positive Konstante. 1960 in Ostwestfalen geboren, führte ihn sein Weg aufgrund seiner Conterganschädigung in jungen Jahren nach Köln. Seitdem ist er eng mit der Stadt verbunden. Es hat mich sehr gefreut, ihn für das Interview gewinnen zu können. An einem Dezemberabend trafen wir uns in einem Café und sprachen über seinen Entschluss Drehorgelspieler zu werden, über die Veränderungen der Kölner Innenstadt, über die Zusammenarbeit mit Nina Hagen und das wichtige, sowie ernste Thema Contergan-Skandal.

Herr Wittpoth, Ihre erste Erfahrung mit Drehorgeln haben sie schon in jungen Jahren gemacht. Auch Ihr Vater hat Drehorgel gespielt. 
Mein Vater hat nur als Hobby gespielt. Vom Beruf her war er Drogist und hatte auf dem Dorf eine eigene Drogerie. Als er mit dem Drehorgelspielen angefangen hat, war er schon älter und ich kein Kind mehr. Er spielte für wohltätige Zwecke und war damit auch politisch aktiv, in erster Linie hat er also für karitative Zwecke gespielt. Eigentlich kam er aus einer richtigen Bergbaufamilie. Mein Opa, ein stolzer Bergmann, wollte aber nicht, dass mein Vater in ein Bergwerk geht. Es war ein harter Beruf und für seinen jüngsten Sohn wollte er etwas Besseres. Trotz dessen waren das stolze Leute. Meine Oma sagte immer: “Wir sind auch adelig - von der Maloche.” Und betonte auch immer: “Auch der Kaiser geht zum Kacken aufs Klo“.

Sie sind in einem kleinen Ort in Ostwestfalen geboren und aufgewachsen. Was führte Sie nach Köln?
Meine Behinderung. Zunächst war ich auf einer normalen Schule, hatte aber damals mit dem Tempo des Schreibens ein bisschen Schwierigkeiten. Dann musste ich in ein Gymnasium im Nachbarort. Aber ich bin gehbehindert und ein Auto hatten wir nicht. Ich hätte also jeden Tag erstmal 1,5 km bei mir im Ort zum Bahnhof und hinterher nochmal 2 km im Nachbarort zum Gymnasium laufen müssen. Das hätte ich kaum geschafft. In Nordrhein-Westfalen gab es damals nur ein Gymnasium für Körperbehinderte und das war in Köln. Zu der Zeit war ich schon Jugendvertreter im Contergan-Verband. Wir trafen uns öfters in Köln und dadurch kannte ich die Schule. Also habe ich mich da einweisen lassen und bin so nach Köln gekommen. Der Vorteil war, dass ich dadurch in Chorweiler eine Wohnung vom Staat finanziert bekommen habe. 
Das war hier natürlich ein total anderes Leben. Hier gab es den „Club 68“. Das war ein Club von Behinderten und Nichtbehinderten, bei dem es um gemeinsames Leben, Wohnen und Arbeiten ging. Das war diese 68er Freiheitssache. Ich begann Theater zu spielen und habe Klaus den Geiger kennengelernt, mit dem ich dann auch schon mal Straßenmusik gemacht habe. Wir haben Theater gespielt und waren frei. In der Schule war ich nie schlecht, was mit einem prägenden Erlebnis in der 9ten Klasse zu tun hatte. Damals wollte mich das Arbeitsamt zu einer Behindertenausbildung nach Volmarstein schicken, weil ich so schwer behindert sei. Als ich mir das angeguckt hatte, weckte das schlimme Erinnerungen aus meiner Kindheit in mir. Damals musste ich wegen meiner Behinderung fast ein Jahr lang im Krankenhaus verbringen. Das war so ein Schock für mich, dass ich mich danach nochmal richtig auf den Boden gesetzt und einen Abschluss gemacht habe. Mit der Fachhochschulreife habe ich mich nach der 12. Klasse dann einfach mal bei verschiedenen Firmen beworben. Ich schrieb zehn Bewerbungen und konnte zwischen drei Stellen wählen. Mein Wunsch war es immer Kaufmann zu werden und so habe ich bei einer Versicherung angefangen. Da die Ausbildung gefördert wurde, bekam ich eine Firmenwohnung und bin dann nach Braunsfeld gezogen. Das war super. Mittags saß ich also als Versicherungskaufmann mit Anzug und Krawatte im Büro und bin hinterher mit Klaus dem Geiger auf die Straße: Musik machen, am Kaiser-Wilhelm-Ring gegen den Bau der U-Bahn und das Abfällen der Bäume demonstrieren, im Stollwerck aufhalten etc. 

Krasser Kontrast.
Ja, das war es wirklich. Seitdem habe ich auch nie mehr Krawatte getragen, außer zur Beerdigung mal. 

Werner Wittpoth und seine Drehorgel. Vor 34 Jahren wagte er den ungewöhnlichen Schritt vom Versicherungskaufmann zum Drehorgelspieler. (© Daniel Zakharov)

Wie lange haben Sie in der Versicherung gearbeitet?
Insgesamt fünf Jahre. 

Sie haben zu der Zeit auch Theater und Pantomime gespielt. Was hat Sie daran fasziniert?
Sich auszudrücken. Mir ging es immer um eine Mitteilungsform. Etwas wie Traurigkeit kann man wirklich auf Kommando empfinden. Wenn ich möchte, kann ich mich in eine bestimmte Emotion versetzen und dann empfinde ich auch wirklich so. Man kann sich das einreden, muss sich das wirklich suggerieren. Ich könnte hier also auf Kommando weinen, das ist kein Problem. Das ist eine Technik, die man lernen kann. Theater hat mir viel Spaß gemacht. Im Theater Novum hatte ich auch ein eigenes Stück, das „Euthanasie“ hieß. Haben wir aber pleite mit gemacht. War zu wenig Publikum da. (lacht) Schön war es aber trotzdem. Man darf das nicht so eng sehen. Wenn man jung ist, kann man das wegstecken. Theater liebe ich bis heute, würde aber auch gerne mal in einem Film mitmachen oder so.

Wie kam der Entschluss Drehorgelspieler zu werden?
Der Job war gut bezahlt, aber vom Niveau war es - naja, nicht so prickelnd. Der Witz war: in so einem Großraumbüro hatte man höchstens zwei, drei Stunden Arbeit am Tag. Danach hatte man nichts mehr zu tun und mir war langweilig. Zudem hatte ich im Büro mit sehr starken Kopfschmerzen zu kämpfen. Mir ging es nicht gut, ich wollte studieren. Ich habe immer gerne gelernt und habe während meiner Ausbildung sogar einen Preis bekommen. Theorie hat mir immer Spaß gemacht und so begann ich Betriebswirtschaft zu studieren. Das Studium habe ich allerdings nie beendet, denn ich hatte schon eine Familie und musste sie ernähren. Vom Theater konnte ich nicht leben. Musik habe ich mit Klaus dem Geiger zwar auch gemacht, das aber nur zum Spaß, da es dabei eher um die Texte ging, ich aber nicht singen kann. Irgendwann habe ich mir dann eine Drehorgel geliehen und es einfach ausprobiert. Das hatte auf Anhieb gut geklappt und mir auch Spaß gemacht. Ich bin einfach mutig gewesen. Aber ich hatte das Glück, nachdem ich mit dem Job aufgehört habe, mit dem Orgeln sofort ein Engagement in Aachen zu bekommen. Und zwar habe ich beim Ballett für das Stück “Woyzeck” Musik gemacht. Das war Stress! Eine Orgel musst du ein bisschen anregen, bis der erste Ton kommt. Bei den Proben hat es nie funktioniert, dafür aber beim Auftritt irgendwie. Das war Stress hoch drei, hat aber Spaß gemacht.

Können Sie sich an das erste Mal erinnern, wie Sie mit einem Leierkasten durch die Stadt gezogen sind? War es eine Überwindung, sich auf eine offene Bühne vor die Menschen zu stellen?
Eine Überwindung war es, denn ich wusste nicht, ob ich es durchhalten würde. Ich habe es aber so gemacht, dass mich keiner kannte. Mein erstes Mal habe ich nämlich in Bonn gespielt. Ich habe am ganzen Körper geschwitzt. Letztendlich war es aber toll und ich bekam gleich gute Reaktionen. Es hatte mir Spaß gemacht und die Leidenschaft war geweckt. Die Orgel, mit der ich das erste Mal gespielt hatte, hatte ich mir allerdings von meinem Vater geliehen. Das wäre auf die Dauer nichts gewesen. Durch Zufall habe ich dann einen Hersteller gefunden, der super Orgeln gebaut hat und bei ihm eine gebrauchte geholt. Kurz darauf war sie aber kaputt, nachdem mir einer ins Auto reingefahren ist. Als ich sie beim Orgelbauer reparieren lassen wollte, sah ich in der Werkstatt eine unfertige Orgel. Da war nur ein Register fertig, aber als er sie anspielte sagte ich gleich: “Die will ich haben!”. Ich hab‘ dann alles Geld zusammengekratzt und sie gekauft. Die Orgel hatte wirklich einen super Klang, hatte 43 Tonstufen, statt der bisher 26. Es fehlten nicht mehr so viele Töne und ich konnte nun auch modernere Sachen spielen.  

Bereit für den Tag. Welche Drehorgel zum Einsatz kommt, entscheidet Werner Wittpoth jeden Morgen nach Lust und Laune. (© Daniel Zakharov)

Heute haben Sie vier Orgeln. 
Die habe ich alle bauen lassen. Man lernt ja auch dabei. Ich habe einen Orgelbauer gefunden, der Spaß an der Sache hatte und sie nach meinen Vorstellungen, nach Musiktheorie und alten Büchern gebaut hat. Zum Beispiel war es mir wichtig, dass sie chromatisch sind und somit keine Töne fehlen. Dann war mir aufgefallen, dass, wenn man die Register falsch wechselte, es einen Bruch in der Musik gab. Um das zu ändern, haben wir die Register dann durchgebaut. Wir haben also viel experimentiert. 

Nach welchen Kriterien wählen Sie die Orgel am Tag aus?
Nach Lust und Laune. Die eine ist tiefer und etwas ruhiger. Die andere dagegen etwas schriller. Dann habe ich noch eine serienmäßige Orgel, da kann ich richtig trompeten und kräftig spielen. Und dann habe ich noch eine, die man restaurieren müsste. Das ist eine Kirmesorgel, die so laut ist, dass ich sie eigentlich nicht einsetzen kann. Aber das was ich in die Reparatur reinstecken müsste, wäre einfach zu viel. 

Wie viele Lieder können Sie spielen?
Theoretisch unbegrenzt. Ein paar Tausend habe ich schon immer dabei. Das ist heute alles kein Problem. Die Noten werden ja heute nicht mehr mit der Hand oder der Stanzmaschine gestanzt wie früher. Das kann man heute alles digital und über das Internet machen. Wenn die Orgel vollchromatisch ist, dann brauchst du die Noten nur über ein Raster zu übertragen. 

Was ist das Schwierige beim Drehorgel spielen? Braucht es viel Übung das Instrument zu beherrschen?
Nein. Das kann man in einer halben Stunde lernen. Sagen wir mal so, die Leute hören schon wenn man zu langsam dreht, aber es ist nicht so schwer, wie manche Kollegen tun. Das Schwierige ist es, so viele Stunden durchzuhalten. Die Orgeln sind sehr groß und je mehr Töne sie haben, desto schwerer ist das Spielen. Denn je tiefer der Ton ist, umso schwerer wird das Drehen, weil dann mehr Luft gebraucht wird. Das andere ist nicht so schwer. Wenn ich zu schnell drehe, passiert nichts, außer dass das Überdruckventil oben aufgeht. Außerdem wird man schnell müde, wenn man wie bekloppt dreht. 

Vier Drehorgeln besitzt Werner Wittpoth heute. Alle wurden nach seinen Vorstellungen und Wünschen gebaut. (© Daniel Zakharov)

Wie lange spielen Sie am Tag?
Mal zwei, mal drei, mal vier Stunden. Früher habe ich den ganzen Tag gespielt. Wenn man davon leben will, dann muss man schon von morgens bis abends spielen. Das würde ich heute aber nicht mehr schaffen.

Kann man heute noch davon leben?
Nicht von der Straße. Aber es gibt ja genügend Möglichkeiten: Hochzeiten, Geburtstage usw. Die Leute feiern doch gerne, gerade hier in Köln. Da gibt es genug Veranstaltungen, wo man auftreten kann. Das schaffe ich aber körperlich nicht mehr.  

Sie spielen immer in Zylinder und Frack. Hat es einen besonderen Grund?
Frack und Zylinder sind eigentlich noch eine Tradition von früher. Der Orgelspieler hat sich bürgerlich gegeben, war wie ein vornehmer Herr. Im Grunde ist das eine Persiflage, ähnlich wie im Karneval. Manch anderer kleidet sich als Bayer oder als Norddeutscher. Der “Orgels Palm” [Johann Joseph Palm, 1801-1882, Drehorgelspieler und kölsches Original] zum Beispiel, der erste bekannte Orgelmann in Köln, hatte eine Husarenuniform an. Er war bei den Husaren und nachdem er invalide wurde, bekam er als Rente die Erlaubnis irgendwo Drehorgel zu spielen. Frack und Zylinder sind mein Markenzeichen geworden. Es ist ein bisschen Berlin Zille-Milieu. Wenn es zu warm ist habe ich aber auch eine Weste an, im Winter einen Mantel.

Warum ist das Drehorgelspielen für Sie so wichtig?
Es gibt mir das Gefühl von Freiheit. Der Kontakt mit Menschen verbindet und bringt mir Freude. Außerdem bringt mir das körperlichen Ausgleich. Das ist wie Sport, das hält mich fit. Wenn ich länger nicht spiele, kriege ich Muskelkater und fühle mich dann auch schlechter. 

Zylinder, Frack , ein freundliches Lächeln - so kennt man Werner Wittpoth. (© Daniel Zakharov)  

Was sind die gravierendsten Veränderungen in Ihrer Tätigkeit seit dem ersten Tag bis heute? 
Angefangen habe ich 1984. Früher gab es viel mehr Straßenmusik, allerdings anders als heute. Es gab Gitarristen, Klavierspieler oder eben jemanden wie Klaus den Geiger. Es wurde politische Musik gemacht. Dann kamen irgendwann die Indios, die oft mit Verstärkern Musik gemacht haben. Es wurde zu laut und die Stadt war gezwungen die Ordnung zu ändern. Danach gab es eine Phase mit vielen Musikern aus Russland, die aufgrund ihrer klassischen Ausbildung sehr gut waren. Heute sind es in erster Linie große rumänische Gruppen. Dann waren früher tagsüber viel mehr Hausfrauen unterwegs, weshalb man mit der Orgel auch in die Nebenstraßen gehen konnte. Es gab einfach viel mehr Geschäftsstraßen, die tagsüber belebt waren: Man konnte am Eigelstein spielen, auf der Severinstraße in der Südstadt, auf der Dürenerstraße. Heute sind unter der Woche tagsüber kaum mehr Leute dort. Die Schildergasse, die Hohestraße, die Breitestraße sind immer noch voll, aber in den Seitenstraßen merkt man den Wandel. Es hat sich schon eine Menge getan. Es war viel individueller, heute gibt es nur noch Ketten. 

Wie ist es unter den Straßenmusikern - ist es eine kollegiale Gemeinschaft oder eher eine Konkurrenzsituation?
Früher war das freundschaftlich. Das hat sich geändert. Zu ein paar Musikern habe ich noch Kontakt, viele sind es aber nicht mehr. Die richtig guten Musiker fehlen heute, denn es sind mittlerweile viele, die nur zum Abkassieren hierherkommen. Es hat sich aber auch die Ordnung geändert, denn irgendwann wurde es teilweise zu laut. Die Musiker kamen hier mit Verstärkern an und man musste das ganze stark einschränken. Dadurch hat man aber auch das Niveau gesenkt. Denn wenn ich ein guter Musiker bin, dann gehe ich in eine Nachbarschaft wo es liberaler ist und die Ordnung nicht so eingeschränkt. Als ich noch jünger war, haben hier auch noch die Kellys [Kelly Family] auf der Schildergasse Musik gemacht. Damals waren sie noch nicht so bekannt und waren ganz normale Straßenmusiker. Wenn sie spielten, war immer der Bär los. 

Haben sich die Reaktionen der Menschen auf die Drehorgel geändert?
Nein, aber der Musikgeschmack hat sich verändert. Zu meiner Anfangszeit wollten viele Menschen Märsche hören. Was man nicht spielen konnte, war dagegen die deutsche Nationalhymne. Ich konnte die englische oder französische Hymne spielen, aber die deutsche zu spielen war vor 34 Jahren nicht möglich. Da hätte es bei manch einem Unmut gegeben, weil es noch alte Erinnerungen geweckt hat. “Preußens Gloria” dagegen war kein Thema. Nach und nach kam dann neue Musik hinzu, anspruchsvollere Musik. Am Anfang hatte ich eine kleine Orgel, da war nicht viel Vielfalt.

Traditionelles Handwerk kombiniert mit heutiger Technik. Alle Lieder werden heute digital auf die Drehorgel übertragen. Das ermöglicht Werner Wittpoth ein Repertoir von mehreren Tausend Liedern. (© Daniel Zakharov) 

Gibt es ein Lied, was die Leute sich in den 30 Jahren am häufigsten gewünscht haben?
Eigentlich kann man das schwer sagen. Obwohl - das meistgewünschte Lied ist ein Geburtstagsständchen oder auch Hochzeitslieder. Ein Lied was immer läuft und lief ist auch “Lily Marleen”. Weihnachtslieder natürlich auch. Seit einigen Jahren spiele ich auch die amerikanischen Lieder. Die werden heute oft gewünscht. 

Was spielen Sie selbst am liebsten?
Die klassischen alten Sachen. Die amerikanischen sind zwar schön, mir aber oft zu kitschig. Die sagen mir persönlich nicht so zu. Ich habe auch ganz viele Lieder, die ich nicht spiele. Manche wiederum spiele ich auch nur für mich, nicht weil das Publikum es sich wünscht. „Toccata und Fuge“ [Johann Sebastian Bach] finde ich zum Beispiel schön, kommt auf der Straße aber nicht an. Ich habe auch “Feuerwerksmusik” von Händel. Das passt aber ebenfalls nicht auf die Straße, auch wenn ich es für mich mal gespielt habe. “Die Moldau” [Bedrich Smetana] dauert einfach viel zu lang, wenn ich es ganz spielen würde. Da würde ich heute kein Geld mit verdienen. (lacht) Es geht also viel nach Wünschen. Ich habe ein großes Repertoire. 

"In Köln will man immer Unterhaltungsmusik hören und rheinische Lieder natürlich."

Egal wen ich anspreche, jeder der in Köln lebt, kennt Sie. Sie haben Kinder aufwachsen und Erwachsene wiederum altern sehen. Entstehen da mit der Zeit auch spezielle Beziehungen zu Menschen?
Ja, definitiv, vor allem in kleineren Städten, wo ich früher auch mal gespielt habe. Da habe ich hautnah erlebt, wie Kinder aufwachsen, gesehen wie sie in die Schule kamen, irgendwann ein eigenes Geschäft hatten und selbst Kinder bekamen. Bei älteren Menschen bekam man irgendwann mit, dass zum Beispiel der Partner gestorben ist. Das kriegt man schon mit. Ich unterhalte mich auch immer viel auf der Straße, weil ich viele Leute kenne. Es gibt ganz viele, die zu ihren Kindern sagen: „Dem habe ich schon als Kind Geld reingeworfen“. Das ist lustig, das ist schön. 

Sie spielen auch in Städten wie Aachen und Bonn. Müssen Sie ihr Programm an die Städte anpassen?
Ja, aber das hat weniger mit der Stadt zu tun, als mit dem Ort, wo man spielt. Auf einer Einkaufsstraße wie der Schildergasse ist es natürlich anders, als wenn ich jetzt vor dem Dom oder in der Altstadt spiele. Das ist schon ein Unterschied. In Aachen am Dom habe ich zum Beispiel immer sehr viel Klassik gespielt. Die kommt auf der Schildergasse gar nicht an. Die 5te von Beethoven braucht man da nicht spielen. In Köln will man immer Unterhaltungsmusik hören und rheinische Lieder natürlich. Heute spiele ich aber ganz selten in anderen Städten, weil der Aufwand zu groß ist. Ich habe zwar ein Auto, aber das Ein- und Ausladen der Orgel ist für mich kaum mehr zu schaffen. 

"Die Frau ist irre, die Frau ist klasse!" - Werner Wittpoth über Nina Hagen. Elf Mal war er "Special Guest" bei ihren Brecht-Abenden. | Rechtes Bild: Nina Hagen als Street Art in Köln-Ehrenfeld.  (© Daniel Zakharov) 

Wo spielen Sie in Köln am liebsten? 
Auf der Schildergasse. An anderen Orten war es für mich immer schwer mit den Bürgersteigen, weil ich beim Laufen die Orgel hochhieven musste. Irgendwie klappte es dann aber doch immer. Zum Dom bin ich fast nie gegangen. Das ist ein großer Platz dort und außerdem würde es in den Dom zu sehr hineinschallen. 

Auf der Schildergasse spielen Sie nun mittlerweile seit über 30 Jahren. Wie hat sich dieser Mikrokosmos mit den Jahren verändert? 
Es hat sich sehr viel verändert. Zum Beispiel gab es früher sehr viele Obst- und andere Stände, die es heute kaum noch gibt und bei denen man den Besitzer kannte. Es war viel familiärer. Es gab viele eigentümergeführte Geschäfte oder Kleinketten, von denen man den Geschäftsführer kannte. Am 11.11. hatte man bei Wehmeyer zum Beispiel immer ein Pittermännchen hingestellt. Dann wurde um 11:11 Uhr zusammen angestoßen. Oder ich konnte mir bei einigen Läden, wo ich den Geschäftsführer gut kannte, schon im Januar zum Beispiel einen guten Mantel aussuchen. Der wusste, wann die Sachen runtergesetzt werden, fragte mich nach meiner Größe und sagte dann: „Ich kann Dir ja jetzt noch nicht den reduzierten Preis geben. Wir hängen den weg, komm zum Ausverkauf wieder“. Das wurde früher schon mal so geregelt. (lacht) Heute ist alles anonymer. Die Leute sind allgemein gestresster. 

Gab es in den 30 Jahren einen besonderen Moment, der in Erinnerung geblieben ist?
Es gibt viele schöne Momente. Zum einen sind es Begegnungen mit netten Leuten. Aber auch Heiratsanträge, die gemacht wurden und zu denen ich dann ein Lied gespielt habe. Das sind natürlich schöne Erlebnisse. 

Gab es auch negative Erfahrungen?
Ja natürlich. Man hat mich schon beschimpft, mich auch schon mal bestohlen. Das sind Dinge, die immer wieder mal passieren. Es gibt auch Geschäftsleute mit wenig Toleranz. In dem Fall kann man aber meistens davon ausgehen, dass deren Geschäft schlecht läuft. Das habe ich über die Jahre immer wieder gesehen. Die werden intoleranter, beschweren sich über Musik und kurze Zeit später machen sie zu. Der Frust wird eben an anderen rausgelassen. Das ist einfach so. In der Hohestrasse war mal ein Schmuckgeschäft. Der Inhaber wurde richtig böse, wenn er mich sah. Ein paar Monate später hatte er zu. Aber nicht wegen mir. (lacht) Die Leute sind gefrustet, dann kann man das irgendwo verstehen. Oder im Sommer, wenn sie in ihre Büros hoch müssen und von draußen Musik hören, dann nervt sie das natürlich. Aber das gehört auf der Schildergasse eben auch zum normalen “Verkehrslärm”. 

Innenansicht zweier Drehorgeln. (© Daniel Zakharov) 

Sie haben mehrmals mit Nina Hagen performt. Wie kam es zu der Zusammenarbeit?
Wir sind beide im Contergan-Verband aktiv. Dadurch kenne ich sie. Ich hab‘ dort mal ein Lied gespielt und sie hatte ebenfalls etwas gemacht. So kamen wir auf die Idee, bei ihren Brecht-Abenden etwas zusammen zu spielen. Ich habe dann ihren Klassiker “Du hast den Farbfilm vergessen” für die Drehorgel machen lassen und wir haben das als Zugabe gespielt. Nina wollte es zunächst eigentlich gar nicht, das Publikum war aber total begeistert. Das ist eben ein tolles Lied. Die Frau ist irre, die Frau ist klasse. Sie hat Herz. Sie ist viel intellektueller, als viele denken und wird oft unterschätzt. Sie spielt ja eine Rolle. Ich möchte mit ihr nicht tauschen, denn sie kann nirgendwo in Ruhe sitzen, so wie ich es kann, muss viel kontrollierter sein. Die ist super, ein Freak. Mitten auf der Bühne kann sie improvisieren und spontan ihr ganzes Programm umstellen. Das ist toll! Insgesamt habe ich das elf Mal mit ihr gemacht. Aber es wird mir auch zu viel. Außerdem war ich immer ein “Special Guest” und jetzt bin ich ja kein Überraschungsgast mehr. 

"Ob ein Leben lebenswert ist oder nicht, kann und darf ein Außenstehender nicht entscheiden".

Sie erwähnten das Contergan-Netzwerk Deutschland, in dem Sie aktiv sind. Was sind ihre größten Anliegen als Betroffener des Contergan-Skandals?
Also das Anliegen, dass wir eine anständige Entschädigung bekommen, haben wir erreicht. Aber man versucht, Behinderte auch heute noch für doof zu verkaufen. Man will uns verwalten, statt uns selbstbestimmt leben zu lassen. Da muss man ein bisschen drauf achten. Im Grunde gibt es noch ein Anliegen von mir, das die Firma Grünenthal [Unternehmen, das das Medikament Contergan auf den Markt gebracht hat] betrifft. Ich finde es ein Unding, dass jemand, der für Tausende von Todesfällen und für ganz viele Opfer verantwortlich ist, ungeschoren davonkommt und davon sogar noch profitieren kann. Ich finde, das geht nicht. Das ist moralisch verwerflich. Ich möchte den Menschen einfach mal den Spiegel vorhalten, denn jeder kann betroffen sein. Wenn man diese Machtstrukturen duldet, dann fördert man für die Zukunft und die kommenden Generationen Unrecht. Unrecht kann man nicht nur dadurch beseitigen, indem man den Opfern Geld gibt, sondern es muss tätige Reue sein. Der Staat hat bezahlt, man kann darüber streiten ob genug oder nicht, aber akzeptabel. Aber was nicht bedacht wird: das wirkliche Unglück, das kann man den Leuten nicht mehr nehmen. Die Lebensfreude, vieles was man verpasst hat, das Leid der Eltern, die ganz früh ihr Kind verloren haben. Wie viele Ehen damals gescheitert sind, weil das Wissen ganz bewusst zurückgehalten wurde. Frauen wurden förmlich diffamiert, weil man behauptet hat, sie hätten Abtreibungspillen genommen. Ich kann das ja als Schwerbehinderter sagen. Man sollte sich wirklich mal als Nichtbehinderter überlegen: Eine Gefängnisstrafe ist manchmal eigentlich harmlos gegen das, was einer hat, der viele körperliche Einschränkungen hat. Das ist ja oft mit Schmerzen verbunden, oft auch mit Entmündigung. Immer auf fremde Hilfe angewiesen sein. Nicht jeder hat das Durchsetzungsvermögen, wenn er schwerbehindert ist, den Leuten einfach zu sagen: “Du musst mir helfen, aber ich möchte selbst entscheiden.” Das ist schwierig.
Zu diesem Thema habe ich damals deshalb ein Pantomime-Stück geschrieben. Das hieß “Euthanasie”. Worum ging es in dem Stück: Ob ein Leben lebenswert ist oder nicht, kann und darf ein Außenstehender nicht entscheiden. Glück ist nicht immer von gewissen Fähigkeiten abhängig. “In einem gesunden Körper steckt ein gesunder Geist” - dieser Spruch stimmt natürlich einerseits, andererseits aber auch nicht. Wie viele körperlich gesunde Menschen sind heute psychisch krank? Und da muss man sagen: Wir brauchen eine humane Gesellschaft. Das was ich mache, ist zum Beispiel human. Es ist eine menschliche Tätigkeit - ich kommuniziere, ich bereite den Menschen Freude. Sicherlich hätte ich auch andere Fähigkeiten - ich bin vielleicht ein guter Kaufmann und hätte das vielleicht weiter machen können, aber da wäre dann immer die Seele auf der Strecke geblieben. Kunst hat mir zwar auch immer Spaß gemacht, aber ich bin kein guter Künstler. Auch Theater macht mir Spaß und Auftritte sind schön, aber da ist man nicht frei, da ist man gebunden. Frei sein - das habe ich auf der Straße. Man kann sich da schon ausleben, mal was ausprobieren. Die Orgel ist da so ein Verbindungsglied. Ich gebe den Leuten oft einen positiven Gedanken, eine Nettigkeit mit auf den Weg, wenn sie an mir vorbeikommen. Ich spüre das dann auch, wenn ein Mensch das in dem Moment braucht. DAS hat sich geändert: Es gibt sehr viele Leute, denen man anmerkt, dass sie sehr einsam sind, dass sie gar nicht mehr kommunizieren heute. Die Kommunikation unter den Menschen ist weniger geworden. Das spürt man. Wie viele Leute regelmäßig vorbeikommen, bei denen man merkt, dass sie froh sind, etwas erzählen zu können, wo man merkt, dass sie richtig einsam sind. Wirklich einsam. Man kann einsam sein in der Masse. In meinem Leben habe ich viel in Altenheimen gespielt. Altenheime haben sich sehr geändert in den 30 Jahren. Als ich vor 30 Jahren in Altenheimen gespielt habe, da waren die Leute noch relativ fit. Die kannten die Lieder, sie sangen mit. Heute kommen die da rein, wenn die gar nicht mehr können. Die Art der Altenheime, nach dem Motto “satt und sauber” ist schön, aber wäre das Familiäre nicht das viel wichtigere? Den Gedanken in einer Gemeinschaft zu sein usw. Das Schlimmste für die Leute ist doch die Langeweile dort. Menschlichkeit und Zuwendung ist das Wichtigste. Das brauchen Menschen. 

"Die Drehorgel gibt mir das Gefühl von Freiheit" - Werner Wittpoth (© Daniel Zakharov) 

Kommen wir zu Köln. Was schätzen und lieben Sie an der Stadt?
Die Toleranz, die Aufgeschlossenheit, die Fröhlichkeit und das Unkomplizierte. 

Köln hat 86 Stadtteile. Haben Sie ein Veedel, das Sie besonders favorisieren?
Besonders die Innenstadt. Hier fühle ich mich wohl. Hier gehe ich auch viel raus. 

Gibt es einen speziellen Ort / eine Lokalität in Köln, den / die Sie besonders mögen?
Besonders gern mag ich den Tierpark in Braunsfeld. Wir haben da früher in unmittelbarer Nähe gewohnt. Da habe ich so schöne Erinnerungen dran, die mit meinen Kindern verbunden sind. Dort auf der alten Brücke zum Tierpark habe ich übrigens die ersten Fotos von mir und der Orgel machen lassen.

Was ist für Sie typisch Köln / kölsch?
Der Spruch - "Et kütt wie et kütt". Es kommt wie es kommt. Außerdem ist man mit jedem jut Freund, aber naja… (lacht). Sagen wir mal so - es ist ganz freundlich, aber man darf es nicht zu ernst nehmen. 

Die Kölner Innenstadt - der Ort, wo sich Werner Wittpoth in Köln am häufigsten aufhält. (© Daniel Zakharov) 

Was gefällt Ihnen nicht an Köln und was würden Sie ändern, wenn Sie die Möglichkeit dazu hätten?
Die fehlende Sauberkeit. Das gefällt mir nicht. Da müsste man was machen. Auch ist hier einiges marode. Außerdem muss man aufpassen, dass man nicht zu viel Gigantismus macht. Ich denke jetzt schon mit Schmerzen an die neu geplante U-Bahn, die sie dann bauen und wieder vergessen, dass da unten sandiger Boden ist. (lacht) Manchmal ist weniger mehr. Es muss nicht immer die teuerste Lösung sein. Ich persönlich habe es damals geliebt mit der Straßenbahn über die Ringe zu fahren, als sie noch oberirdisch fuhr. Dann konnte man gucken, was im Kino läuft, in welchem Cafe viele Leute sitzen und wo man am besten aussteigen kann. Wenn ich in der U-Bahn sitze, dann kann ich das alles nicht wissen. 

Zum Schluss: Wie lange wollen Sie noch Straßenmusik machen und wo geht es mit der Tradition hin?
Um jedes Jahr, das ich noch schaffe, bin ich froh. Meine körperliche Situation ist zufriedenstellend, aber nicht abschätzbar. Ich weiß es also nicht. Und was diese Tradition betrifft: Ich befürchte, dass sich das Einkaufsverhalten der Menschen und somit die Straßen sehr wandeln werden. Stichwort Digitalisierung und so weiter. Ich sehe, dass der Wandel kommt. Man bekommt einiges mit. Einigen Geschäften, auch einigen von den großen, geht es gar nicht gut. Wohin es geht, weiß ich nicht, aber ich kann mir schon vorstellen, dass große Einkaufsstraßen wie die Schildergasse und die Hohestraße sogar bleiben. Deshalb ist eine Wohlfühl-Atmosphäre wichtig. Wenn es da keine Straßenmusik und keine Cafés gibt, dann ist die Stadt leer, kalt und uninteressant. Man muss also ein Erlebnis schaffen, damit die Leute noch in die Stadt kommen und sich die Sachen angucken. Die Haptik ist ja auch wichtig. Aber vielleicht gibt es ja irgendwann Handschuhe, die alles digital senden. Das weiß man natürlich nicht. Im Grunde ist es interessant: erst fressen die Mittleren die Kleinen, bilden dann Oligopole und auf einmal kommt jetzt ein Wandel, irgendwas völlig Neues. Und wer nicht schnell genug mitmacht geht unter. Wer hätte gedacht, dass Kaufhof in Schwierigkeiten kommt? Das ist aber oft so - wenn jemand zu groß wird, dann wird er unbeweglich und vielleicht gehen diese Leute dann nicht mit der Zeit. Ihre Generation ist jetzt die, die bestimmt und die Richtung vorgibt. Das ist eine Revolution von unten. Das war immer so. Wenn alles immer eingemottet bleibt, dann kann nie etwas Neues entstehen. Ein Wandel ist auch hin und wieder nötig. Wir gehen jetzt vom Schlechten aus, es kann sich aber auch alles zum Positiven wenden. Vielleicht kommen die Leute auch zurück und wollen ein Erlebnis haben und sich von Fachleuten beraten lassen. Gerade die Beratung ist doch schöner, wenn sie durch Menschen erfolgt. Das können Chancen sein. 

Danke für das Interview. 
Ich hoffe, es war was dabei. Weißt du, man kann alles aus verschiedenen Perspektiven erzählen. Wenn ich jetzt wollte, könnte ich Dir auch eine Geschichte von Leid und Elend erzählen. Jeder Mensch kann so eine Geschichte erzählen. Es kommt aber darauf an, worauf ich die Betonung lege. Das habe ich zum Beispiel auf der Straße gelernt - positives Denken. Du kannst zum Beispiel immer darüber nachdenken, was du nicht kannst und du kannst darüber nachdenken, was du kannst. Du kannst darüber nachdenken, was du nicht hast, du kannst aber auch darüber nachdenken, was du hast. Du kannst also entweder den Mangel oder den Überfluss denken. Man muss sich also erziehen. In unserer Gesellschaft wird heute das Unwichtigste am Wichtigsten genommen - das Materielle. 

Das Interview wird Ende des Jahres in meinem Buch "Köln. 86 Veedel" erscheinen, das über eine Crowdfunding-Kampagne finanziert werden soll. Unterstütze mein Projekt, bei dem ich in 4,5 Jahren alle 86 Stadtteile Kölns besucht und fotografiert habe und sichere Dir schon jetzt ein Exemplar des Buches. Link zur Kampagne: https://www.startnext.com/koeln-86-veedel-das-buch

Links:
1. Mehr über Werner Wittpoth erfährt man auf seiner Website www.leierkastenmann-koeln.de
2. Mehr zu meiner Serie "Köln - 86 Veedel"